Geltungsbereich EN 1090-2 + Annex F
EN 1090-2 ist die europäische Norm für die Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken. Annex F regelt den Pflicht-Inhalt des Beschichtungs-Abnahmeprotokolls — also genau das Dokument, das im Streitfall oder bei der Hauptprüfung die Soll/Ist-Konformität belegt.
Tabelle F.1 — Pflicht-Felder im Detail
Annex F verlangt mindestens folgende Inhalte:
- Identifikation des Bauteils: Bauteil-Nummer, Bauteil-Typ, Projekt, Bauherr
- Spezifikation: Korrosivitätskategorie, Schutzdauer-Klasse, Systemaufbau mit Soll-DFT je Lage
- Oberflächenvorbereitung: Vorbereitungsgrad (z.B. Sa 2½), Rautiefe, Staubfreiheit
- Klimabedingungen: Lufttemperatur, Stahltemperatur, Taupunkt, relative Feuchte zum Applikationszeitpunkt
- Ist-Werte je Lage: DFT-Mittelwert + Variationskoeffizient, Haftzug, Sichtprüfung
- Inspektor und Personal: Inspektor-Stufe und -Name, applizierendes Personal mit Qualifikationsnachweis
- Abnahme-Entscheidung: Freigabe oder NCR-Verweis mit Begründung
EXC3/EXC4 — zusätzliche Verschärfungen
Bei Ausführungsklassen EXC3 und EXC4 verlangt Annex F zusätzliche Felder: erweiterte Rückverfolgbarkeit der Chargen, vollständige Personal-Qualifikationsnachweise, sowie die Pflicht-Inspektor-Stufe FROSIO III / AMPP 3 / DIN-CERTCO C für die Endabnahme.
Inspektor-Stufen-Zuordnung
Die Endabnahme in EXC3/EXC4-Projekten darf nur durch einen zertifizierten Inspektor der höchsten Stufe erfolgen — siehe Vergleich FROSIO / AMPP / DIN-CERTCO. Niedrigere Stufen können Teilschritte (Sichtprüfung, DFT) durchführen, nicht aber die Endabnahme digital freigeben.
Schritt-für-Schritt: Vom Daten-Input zum fertigen PDF
- Projekt in BeschichtungsDoku anlegen
- Spezifikation je Bauteil erfassen (Korrosivität, Systemaufbau)
- Oberflächenvorbereitung dokumentieren
- Klima-Datenlogger-Import je Lage
- DFT-Messwerte eingeben oder CSV importieren
- Sichtprüfung + Haftzug dokumentieren
- PDF-Abnahmeprotokoll nach EN 1090-2 Annex F generieren
Software-Workflow vs. Excel
Der Excel-Workflow für EN-1090-2-Annex-F-Protokolle ist der häufigste Grund für fehlerhafte oder unvollständige Dokumentation: man kopiert Vorlagen, passt sie an, vergisst Pflicht-Felder und produziert am Ende 6–12 Stunden pro Bauteil. In BeschichtungsDoku ist die Struktur vorgegeben — Pflicht-Felder sind blau markiert, das Protokoll wird auf Knopfdruck erzeugt.
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