Taupunkt und Klimatisierung: warum Beschichtung im Herbst oft scheitert
Magnus-Formel, ΔT ≥ 3 °C, rF ≤ 80 % — warum das Versagen ohne Spur passiert und wie Sie es verhindern.
Das Problem: Versagen ohne sichtbare Ursache
Im Herbst 2024 versagt eine Beschichtung an einer Stahlschleuse. Keine sichtbaren Verarbeitungsfehler. Der Datenlogger zeigt: Taupunkt-Abstand nur 1,8 °C statt der geforderten 3 °C — aber nicht bauteilbezogen dokumentiert. Die Schadensanalyse endet ohne Beweismittel.
Was ist der Taupunkt?
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchte 100 % erreicht. Wird eine Beschichtung appliziert, während die Stahltemperatur zu nahe am Taupunkt liegt, kondensiert Feuchtigkeit unter dem Beschichtungsfilm — Haftungsversagen, Blasen, Delamination.
Die Pflicht-Grenzwerte nach ISO 8502-4
- ΔT ≥ 3 °C: Stahltemperatur muss mindestens 3 °C über Taupunkt liegen
- rF ≤ 80 %: Relative Luftfeuchte darf 80 % nicht überschreiten
- Stahltemperatur ≥ 5 °C über Taupunkt: Bei kritischen Lagen
Magnus-Formel
Die Magnus-Formel berechnet den Taupunkt aus Lufttemperatur und relativer Feuchte. Die Konstanten a = 17,62 und b = 243,12 °C sind Standard für den Temperaturbereich 0–60 °C.
Klimadaten-Logger
In der Praxis kommen Datenlogger (Testo, Elpro, Voltcraft) zum Einsatz, die alle 1–10 Minuten messen. Der CSV-Import in die Beschichtungs- Software schafft den Audit-Trail.
Fazit
Klimadaten sind kein „Nice-to-have" — sie sind der entscheidende Beweis, wenn eine Beschichtung versagt. Dokumentieren Sie konsequent pro Bauteil und pro Lage.
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