Quellen dieser Seite
Die Norm für das Stückverzinken, EN ISO 1461, liegt dieser Seite nicht im Volltext zugrunde. Titel und Geltungsbereich stammen aus den Produktangaben des Normverlags DIN Media; Zahlenwerte stammen aus frei zugänglichen Fachinformationen, die im Satz genannt sind (abgerufen am 3. Oktober 2026). Verbindlich ist der Normtext in der Fassung, die Ihr Vertrag nennt.
Was Feuerverzinken ist
Beim Feuerverzinken werden gefertigte Stahlteile in eine Zinkschmelze getaucht; dabei bildet sich ein metallischer Zinküberzug, der mit dem Stahl eine Zink-Eisen-Legierung eingeht. Für dieses Stückverzinken gilt DIN EN ISO 1461 „Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) — Anforderungen und Prüfungen“, aktuell in der Ausgabe 2022-12. Nach den Angaben von DIN Media gilt sie nicht für kontinuierlich verzinktes Band und Draht, nicht für automatisch verzinkte Rohre und nicht für Produkte mit eigener Norm; Nachbehandlungen und zusätzliche Beschichtungen deckt sie ebenfalls nicht ab. Für den bauaufsichtlich geregelten Bereich nennt DIN Media zusätzlich die DASt-Richtlinie 022.
Ablauf in der Verzinkerei
Laut der Stahlbau-Arbeitshilfe 1.4 des DSTV/bauforumstahl werden die Teile in der Verzinkerei entfettet, gebeizt — Vorbereitungsgrad Be — und mit Flussmittel behandelt, bevor sie in die Zinkschmelze kommen. Die Schmelze ist laut DSTV-Arbeitshilfe und baunetzwissen rund 450 °C heiß.
Für die Konstruktion nennt die DSTV-Arbeitshilfe zwei Punkte, die früh geklärt sein sollten: Hohlräume brauchen Entlüftungsöffnungen, und Verunreinigungen, die beim Entfetten und Beizen nicht abgehen — etwa Beschichtungsreste oder Schweißschlacke —, muss der Anlieferer vorher entfernen. Wie der Zinküberzug ausfällt, hängt laut derselben Quelle vor allem vom Silizium- und Phosphorgehalt des Stahls und von Schmelzetemperatur und Tauchdauer ab. Überlange Konstruktionen lassen sich nach der Arbeitshilfe gegebenenfalls durch zweimaliges Tauchen verzinken; welche Bauteilmaße eine Verzinkerei annimmt, klären Sie mit ihr direkt.
Wie dick die Zinkschicht ist
Die Mindestschichtdicke hängt von der Materialdicke des Bauteils ab. Für Stahl über 6 mm Dicke nennen das Arbeitsblatt F2 des Bundesverbands Feuerverzinken und das technische Arbeitsblatt TechAB 06 der Verzinkerei Wiegel übereinstimmend eine durchschnittliche Zinkschichtdicke von mindestens 85 µm. Für dünnere Teile liegen die Werte niedriger; maßgeblich sind die Werte der Norm.
Gemessen wird die Zinkschichtdicke laut DSTV-Arbeitshilfe und Wiegel-Arbeitsblatt magnetisch. Die Messung von Beschichtungsdicken auf rauem Stahl nach ISO 19840 ist ein eigenes Verfahren — siehe Schichtdickenmessung nach ISO 19840.
Fehlstellen, Haftung, Abnahme
Unverzinkte Stellen dürfen laut Bundesverband Feuerverzinken und DSTV-Arbeitshilfe zusammen höchstens 0,5 % der Bauteiloberfläche ausmachen, eine einzelne Fehlstelle höchstens 10 cm²; sie werden mit einem geeigneten Verfahren ausgebessert. Die Haftfestigkeit des Zinküberzugs wird laut Arbeitsblatt F2 üblicherweise nicht geprüft, weil eine ausreichende Haftung zwischen Zink und Stahl für das Feuerverzinken typisch ist. Abnahmeprüfungen und Probennahme finden laut derselben Quelle auf Wunsch des Kunden statt; nach dem Arbeitsblatt legt die Norm auch fest, welche Angaben der Kunde dem Verzinker machen muss.
Vor- und Nachteile
- Schutzdauer: Laut DSTV-Arbeitshilfe hält ein Zinküberzug bei atmosphärischer Belastung in der Regel länger als ein Beschichtungssystem.
- Grenzen der Konstruktion: Laut DSTV-Arbeitshilfe geben die Maße des Zinkkessels die Bauteilgröße vor, Hohlräume müssen entlüftet werden, und das Ergebnis des Verzinkens hängt von der Zusammensetzung des Stahls ab.
- Zusätzlich beschichten: Wird auf die Verzinkung noch beschichtet, etwa wegen einer gewünschten Farbe, spricht man in der Praxis vom Duplex-System. Die Vorbereitung dafür regelt ISO 12944-4 (nächster Abschnitt).
Beschichten auf Verzinkung (ISO 12944-4)
ISO 12944-4:2017 behandelt feuerverzinkte Flächen als eigene Oberflächenart und regelt ihre Vorbereitung vor dem Beschichten:
- Nicht bewitterte Verzinkung: Fehlstellen und Schäden im Zinküberzug ausbessern; Fett, Öl, Flussmittelreste und Markierungen entfernen. Der Überzug darf mit nichtmetallischem Strahlmittel sweep-gestrahlt werden und muss danach zusammenhängend, unbeschädigt und gleichmäßig matt sein. Rauheit und verbleibende Mindest-Zinkschicht vereinbaren die Beteiligten.
- Bewitterte Verzinkung: Hier haben sich Zinkkorrosionsprodukte (Weißrost) und Verunreinigungen gebildet. Sie werden je nach Art und Umfang entfernt, etwa durch Waschen mit sauberem Wasser und Reinigungsmittel, Kunststoffvlies mit Schleifkorn und gründliches Nachreinigen mit heißem Wasser.
Wie Beschichtungen nach Umgebung und Schutzdauer ausgewählt werden und wie sich Feuerverzinken davon unterscheidet, zeigt der Beitrag Korrosionsschutz von Stahl nach ISO 12944.